Karneval in Deutschland: Ein immer teurer werdender Spaß

Karneval, die „fünfte Jahreszeit“, ist in vielen Teilen Deutschlands eine Zeit des ausgelassenen Feierns, farbenfroher Kostüme und fröhlicher Umzüge, besonders an Rosenmontag. Bereits Monate im Voraus bereiten sich die Vereine auf die Festlichkeiten vor, denn die Organisation von beispielsweise den Kostümen, Festwägen und Sicherheitspersonal ist mit viel Zeit und teils hohen Kosten verbunden. Ein weitverbreiteter Bestandteil der Karnevalsumzüge ist das Aufsammeln der von den Umzugsteilnehmern geworfenen Süßigkeiten – von Weingummis, über Schokolade bis hin zu Popcorn ist alles mit dabei. Aber damit verbunden ist eine weitere Kost für die teilnehmenden Karnevalsvereine und wie viel da zusammenkommt, haben wir uns im Hinblick auf die kommenden Karnevalsfeiern genauer angeschaut.

Millionen säumen Deutschlands Straßen zu Karneval

Die Vorfreude auf Karneval ist jedes Jahr groß. Die Jecken, wie die Karnevalisten in vielen Teilen ebenfalls genannt werden, fiebern dem ausgelassenen Straßenfest bereits Wochen zuvor entgegen und bereiten sich darauf vor. Bunte Kostüme werden vorbereitet, Wägen werden gebaut und die logistischen Planungen für die teilweise einige Kilometer langen Umzüge sind in vollem Gange.

Die Inflation hat auch auf Karnevals-Süßigkeiten Auswirkungen

Laut des Großhandelspreisindex des Statistischen Bundesamts (2) hat die Inflation auch in vergangenen Jahren große Auswirkungen auf die Kosten von Süßwaren. Im Jahresdurchschnitt 2023 sind diese um 18,8 % teurer geworden als noch im Vorjahr! Hans-Peter Suchand, Pressesprecher des Comitee Düsseldorfer Karneval e.V. sagt: „Die Preis- und Kostensteigerungen sind auch im Karneval deutlich spürbar – sowohl für den Bau der Rosenmontagswagen, das Wurfmaterial, die Kosten für Sicherheit und Sicherheitspersonal, Abfallbeseitigung etc. – insgesamt dürfte der Rosenmontagszug [in Düsseldorf] ca. 1,2 – 1,3 Millionen € kosten und damit mindestens 10 Prozent mehr als 2023.“

Basierend auf den gesammelten Daten zeigt folgende Tabelle die geschätzten Kosten für Süßigkeiten pro Stadt im Jahr 2024:

Köln: Deutschlands größter Rosenmontagsumzug

Köln ist die wohl bekannteste Karnevalshochburg Deutschlands. Der dortige Umzug lockte 2023 über 1,5 Millionen Besucher an. Für reichlich Kamelle ist ebenfalls gesorgt – 300 Tonnen wurden im Vorjahr geworfen. Bei so vielen Narren und Närrinnen bleibt aber nicht allzu viel zum Sammeln, denn rein rechnerisch sind dies bei der Menge lediglich 200 Gramm Süßigkeiten pro Person, also circa 20 kleine Haribo-Tütchen. 

Dennoch, bei einem Großhändler-Preis von durchschnittlich 10,43 € pro Kilogramm Süßigkeiten, werden sich die Kosten hierfür im Jahr 2024 auf über 3,1 Millionen € belaufen!


Selbstständig im Kölner Karneval

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Düsseldorfer Karneval ist der zweitgrößte Deutschlands

Düsseldorf, Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt, bietet nicht nur einiges für Shopping-Begeisterte, sondern auch der Karneval zieht viele Besucher an. Hier findet der zweitgrößte Karneval Deutschlands statt, mit ungefähr einer Million Schaulustigen im Jahr 2023. 30 Tonnen Süßigkeiten werden hier geworfen, was in diesem Jahr Gesamtkosten von über 625.000 € entsprechen – im Vorjahr war dies mit  526.767 € noch wesentlich günstiger.

Rund 9.200 Teilnehmer in Mainz

In Mainz schlängelt sich der Karnevalsumzug sieben Kilometer lang durch die Stadt. Der Zug sorgte mit 9.200 Teilnehmern für Stimmung. Trotz der geringeren Zuschauerzahlen im Vergleich zu Düsseldorf, wurden in Mainz im Vorjahr ebenfalls 60 Tonnen Süßigkeiten geworfen. Schaut man sich die aktuellen Großhandelspreise für Süßigkeiten an, dann ist für den Karneval 2024 mit Kosten von 625.800 € zu rechnen.

Karneval wird deutschlandweit von Tausenden gefeiert

Die Karnevalszeit versetzt nicht nur die Hochburgen in einen Ausnahmezustand, auch andere Städte nehmen an den Festivitäten teil. Selbst kleinere Städte, wie Eschweiler, mit lediglich 55.778 Einwohnern, ziehen 200.000 Besucher an! Eine solche Zunahme an Gästen kann einen beeindruckenden Effekt auf die örtlichen Geschäfte haben, ganz egal ob Restaurants und Bars oder auch kleinere Shops, weshalb Straßenfeste, wie der Karnevalsumzug, wichtig für die lokale Wirtschaft sind.

Um dein Geschäft für solche Feste zu digitalisieren und Kunden den Zahlungsprozess zu vereinfachen, schau dir unsere Kartenterminals und Kassensysteme an. Unser hilfsbereites SumUp-Team steht dir gerne zur Verfügung. 

Methodik

Um herauszufinden, wie viel Faschingsvereine in diesem Jahr allein für die geworfenen Süßigkeiten ausgeben, haben wir uns Daten, wie die erwarteten Besucher- und Teilnehmerzahlen, die Umzugslänge und die Menge an geworfenen Kamellen aus dem Vorjahr angeschaut (1). Zusätzlich haben wir den durchschnittlichen Preis pro Kilogramm Wurfmaterial (ausschließlich Süßigkeiten) über vier verschiedene Großhändler in Deutschland berechnet. Mithilfe dieser Daten wurden dann die Kosten der Kamellen im Jahr 2024 pro Stadt berechnet.

Quellen

1) Für Städte, wo keine Angaben zu dem Wurfmaterial verfügbar waren, wurde die durchschnittliche Menge basierend auf verfügbaren Daten und basierend auf den Besucherzahlen berechnet.

2) https://www.destatis.de/DE/Home/_inhalt.html

SumUp Team