Inhaltsverzeichnis

Foodtruck eröffnen: Die 8 Schritte

Vegane Köstlichkeiten, orientalisches Streetfood oder einfach die gute alte Bratwurst – immer mehr Gründerinnen und Gründer denken darüber nach, einen Foodtruck zu eröffnen. Aber auch erfahrene Gastronomiebetriebe wollen die Chancen wie niedrigere Fixkosten, einen Take-away-Service und Lieferdienste oder mehr Flexibilität und Mobilität nutzen, zusätzlichen Umsatz zu generieren.

Erfahren Sie, warum es sich lohnt, einen Foodtruck zu eröffnen, welche Vorteile sich im Vergleich zu einem Restaurant ergeben und wie Sie Schritt für Schritt die ersten Kilometer zu Ihrem mobilen Imbisswagen bewältigen.

Warum sollte man einen Foodtruck eröffnen? 

Ob auf Wochenmärkten, Veranstaltungen oder als Alternative zur oft eintönigen Kantine in der Mittagspause auf dem Betriebsgelände: Foodtrucks sind aus der deutschen Gastronomieszene nicht mehr wegzudenken. Dabei bieten sie ihren Gästen nicht einfach nur Fast Food oder den Klassiker Currywurst mit Pommes, sondern bringen Abwechslung in den Speiseplan, bieten Hungrigen frisch zubereitete Speisen – oftmals in Bioqualität – und lassen kaum kulinarischen Wünsche offen. 

Schritt in die Selbstständigkeit

Das Konzept der Mobilität und Flexibilität kommt nicht den Gästen zu Gute, sondern bietet auch den Betreibern der mobilen Imbisswagen die Freiheit, Ihre Kreationen direkt zu den Gästen zu bringen, sich auszuprobieren, erste oder auch neue Erfahrungen im Business zu sammeln oder sich als Köchin oder Koch mit einem eigenen Foodtruck selbstständig zu machen.

Grenzenlose Freiheit?

Die Nachfrage ist groß: Dennoch ist es kein Selbstläufer, einen Foodtruck zu eröffnen. Wie bei jeder Gründung ist auch hier ein gut durchdachtes Geschäftsmodell, ein Businessplan, der alle Kosten berücksichtigt und eine ansprechende Vermarktung erforderlich, um einen Foodtruck erfolgreich auf die Straße zu bringen. Zudem müssen Gründerinnen und Gründer einige Voraussetzungen erfüllen – trotz aller Freiheit ist es in Deutschland mit zahlreichen bürokratischen Herausforderungen verbunden, einen Foodtruck zu eröffnen. Dennoch bietet der Foodtruck eine gute Möglichkeit, „im Kleinen“ in der Gastronomie zu starten und sich mit den Regelungen und Vorschriften in der Branche vertraut zu machen.

Was sind die Vorteile im Vergleich zu einem Restaurant?

Einen Foodtruck zu eröffnen, bietet Gründerinnen und Gründern einige Vorteile. Die Flexibilität haben wir in diesem Zusammenhang bereits erwähnt. Statt darauf zu warten, dass die Gäste den Weg in Ihr Restaurant finden, machen Sie sich selbst auf den Weg zu Ihnen. Auf diese Weise können Sie sich vergleichsweise einfach neue Kundschaft erschließen. Neben dem Verkauf an öffentlichen Plätzen können Sie Gästen zusätzlich eine besondere Form des Caterings im Rahmen von privaten oder geschäftlichen Feiern anbieten. 

Gleichzeitig bringt die Standortunabhängigkeit auch finanzielle Vorteile. Zwar müssen Sie an öffentlichen Standorten Gebühren für Ihren Stellplatz entrichten. Diese sind beim Foodtruck jedoch im Vergleich zu den Kosten, die Ihnen durch ein stationäres Restaurant entstehen, gering. Das Gleiche gilt für Personalkosten. Ganz ohne Hilfe werden Sie vermutlich nicht auskommen, benötigen aber dennoch deutlich weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn Sie einen Foodtruck eröffnen. 

Foodtrucks konzentrieren sich in der Regel auf bestimmte Spezialitäten: Burger, Sandwiches, Coffee & Cakes, Kartoffelspezialitäten, Hotdogs, Falafel, Burritos, Pizza, Fish & Chips etc.. Selbst wenn Sie Ihren Gästen vegetarische oder auch vegane Gerichte anbieten, ist die Karte im Vergleich zum Menü im stationären Restaurantbetrieb eher klein, aber fein. 

Einen Foodtruck in 8 einfachen Schritten eröffnen

Einsteigen, losfahren, anhalten, Klappe auf und verkaufen: ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht, einen Foodtruck zu eröffnen. Wie bei jeder Gründung müssen Sie auch mit einem mobilen Imbisswagen zunächst einige Kilometer zurücklegen, um die formellen Gründungsschritte zu erledigen. Zudem müssen Sie in der Gastronomie einige Voraussetzungen mitbringen und Nachweise erbringen. Wir klären Sie darüber auf, welche Schritte Sie auf Ihrem Weg zum eigenen Foodtruck beachten müssen.

1. Kilometer: Welche Voraussetzungen müssen Sie mitbringen?

Grundsätzlich kann jede oder jeder in Deutschland einen Foodtruck eröffnen. Bestimmte fachliche Qualifikationen sind nicht erforderlich. Allerdings sollten Sie dennoch einige Voraussetzungen erfüllen. Zum einen sind natürlich Branchenkenntnisse hilfreich, um einen Foodtruck zu eröffnen. Der Umgang mit Gästen, die Kenntnis der geltenden Regeln im Umgang mit Lebensmitteln, aber auch kaufmännische Kenntnisse sind gefragt. Als Gründerin oder Gründer müssen Sie nicht nur kulinarisch überzeugen, sondern sich auch um Genehmigungen, Einkauf, Preiskalkulation, Buchhaltung, Steuern und Personal kümmern.

Nicht zu vergessen: Sie benötigen einen Führerschein, der es Ihnen erlaubt, einen Foodtruck oder einen Anhänger zu fahren. Zudem müssen Sie auch für einen Stellplatz sorgen, an dem Sie Ihren Imbisswagen beispielsweise über Nacht abstellen können.  

2. Kilometer: Foodtruck kaufen oder mieten?

Im nächsten Schritt benötigen Sie das passende Fahrzeug. Hier haben Sie zum einen die Möglichkeit, einen Foodtruck oder einen Anhänger zu mieten. Das hat den Vorteil, dass Sie Ihr Konzept erst einmal ausprobieren können, bevor Sie in ein eigenes Fahrzeug investieren. Allerdings kann es hier schwierig werden, ein geeignetes Fahrzeug zu finden, das insbesondere in der Ausstattung Ihren Bedürfnissen entspricht. Was für ein Herd oder Ofen ist hier eingebaut? Welche Kühl- und Lagermöglichkeiten haben Sie? Entspricht der Foodtruck den geforderten Hygienevorschriften? Und natürlich sollte Ihr Truck auch äußerlich zu Ihrem Konzept passen. Bei einem Mietfahrzeug sind Ihnen hier unter Umständen Grenzen gesetzt.

 Kaufen Sie Ihren eigenen Foodtruck, sind Sie frei, die geeignete Ausstattung zu wählen und Ihr eigenes Design umzusetzen. Entweder finden Sie einen Händler, der Ihren Foodtruck nach Ihren Vorstellungen baut. Oder Sie bauen Ihren Truck selber aus. So oder so kommen beim Kauf höhere Kosten auf Sie zu. 

3. Kilometer: Zielgruppen- und Marktanalyse durchführen 

Bei einem stationären Restaurantbetrieb sind die Lage und die Zielgruppe entscheidende Kriterien. Eröffnen Sie einen Foodtruck, spielen sie eine ebenso wichtige Rolle: Alles muss zusammenpassen: die Speisen, die Sie anbieten, und der Geschmack der Zielgruppe am Standort. 

Entsprechend führen Sie zunächst eine Zielgruppenanalyse durch, um herauszufinden, welche Zielgruppe Sie mit Ihrem Konzept ansprechen möchten, wie Sie diese am besten erreichen und welche Konkurrenz Sie erwartet. Beim Eröffnen eines Foodtrucks spielt auch die Marktanalyse eine wichtige Rolle: Gibt es bereits Wettbewerber, die ihre Zielgruppe mit einem ähnlichen Konzept adressiert, stellt sich die Frage, ob hier ein ausreichendes Stück vom Kuchen für Ihren Foodtruck drin ist.

Überprüfen Sie zudem die örtlichen Begebenheiten: Finden Sie heraus, wie leicht oder schwer es ist, eine Standgenehmigung für den ausgewählten Ort zu bekommen. In vielen Regionen gibt es außer auf Wochenmärkten kaum Möglichkeiten, eine Genehmigung für öffentliche Plätze zu bekommen. Hier bietet es sich an, Ihr Glück auf Privatgelände zu suchen: Wenden Sie sich an große Unternehmen und versorgen Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern, Behörden, Ämtern oder Unternehmen mit Ihrem Foodtruck. 

4. Kilometer: Entwickeln Sie Ihr einzigartiges Geschäftsmodell

Sie haben sich einen Standort ausgesucht, an dem Sie stehen dürfen. Sie wissen, dass Sie Ihre Zielgruppe dort erreichen und mit welchen Wettbewerbern wie Restaurants, Cafés oder weiteren mobilen Anbieter Sie rechnen müssen?

Dann überlegen Sie sich Ihr eigenes, einzigartiges Konzept, mit dem Sie Kundinnen und Kunden für sich gewinnen wollen. Stellen Sie sich dazu die folgenden Fragen: 

  • Welches Street Food fehlt vor Ort und könnte nachgefragt werden? 

  • Welchen Preis können Sie verlangen? 

  • Bieten Sie Ihre Speisen ausschließlich an einem festen Platz an oder wollen Sie flexibel auch an weiteren Standorten verkaufen? 

5. Kilometer: Erstellen Sie einen Businessplan 

Was müssen Sie bei der Planung bedenken? Was müssen Sie organisieren? Welche Kosten kommen auf Sie zu, um Ihren eigenen Foodtruck zu eröffnen? Stellen Sie für Ihren Foodtruck einen realistischen Businessplan auf und recherchieren Sie gründlich Ihren Bedarf, die anfallenden Kosten und den zu erwartenden Umsatz. 

Tipp: Lassen Sie sich beim Eröffnen Ihres Foodtrucks helfen, zum Beispiel von Gründerinitiativen oder der IHK, und informieren Sie sich über Förderprogramme für Gründerinnen und Gründer.

In Ihren Businessplan fließen neben Ihrem Konzept im Finanzteil auch die Gründungskosten und Ihre möglichen Einnahmen ein: Möchten Sie Speisen selbst zubereiten oder sie von einem Caterer liefern lassen? Was ist effizienter? Wo kaufen Sie die Zutaten ein? Was müssen Sie dafür einkalkulieren? Ist ausreichend Lagerplatz in Ihrem Foodtruck vorhanden? Entspricht alles den gesetzlichen Hygienevorschriften? Was kosten Versicherung, Stromanschluss, Benzin und Standort? Liefern Sie selbst oder per Lieferapp? Wie hoch ist Ihr möglicher Umsatz? 

6. Kilometer: Ein digitales Kassensystem für Ihren Foodtruck

Vergessen Sie beim Eröffnen Ihres Foodtrucks nicht das mobile finanzamtkonforme Kassensystem. Das digitale Kassensystem mit Bondrucker von SumUp beispielsweise kann mehr als eine gewöhnliche Registrierkasse, denn es erfüllt die speziellen Anforderungen der Gastrokasse: vom bargeld- und kontaktlosen Verkauf bis hin zur Verwaltung von Bestellungen und Personal.

Das digitale SumUp Kassensystem ist mobil – und passt damit hervorragend zu Ihrem mobilen Foodtruck. Es besteht aus Bondrucker, iPad, iPad-Ständer, Kartenterminal, Kassenlade, WLAN-Router und aktueller Software. Im Gegensatz zu einer Registrierkasse können Sie es in Ihrem Foodtruck an unterschiedlichen Orten und auch für Lieferungen optimal nutzen. 

Der integrierte Offline-Modus stellt sicher, dass wichtige Daten für Ihre Buchhaltung nicht verloren gehen – auch wenn einmal das Internet ausfällt. SumUp bietet monatliche und saisonale Lizenzen an. Das heißt, Sie können auch mal pausieren. 

7. Kilometer: Offizielle Genehmigungen und Papiere 

Überlegen Sie sich zunächst die Rechtsform, in der Sie Ihren Foodtruck eröffnen wollen. Von dieser Entscheidung hängt es u. a. ab, ob Sie Ihr Unternehmen in das Handelsregister eintragen lassen müssen und wie viel Stammkapital Sie für die Gründung aufbringen müssen.  

Darüber hinaus müssen Sie mit den folgenden Ämtern, Behörden und Institutionen in Kontakt treten, um Ihren Foodtruck zu eröffnen: 

  • Gewerbeamt: Sie benötigen eine Gewerbeanmeldung und den Gewerbeschein für Gaststätten und Imbisswagen und gegebenenfalls eine Ausschankgenehmigung für alkoholische Getränke. 

  • Ordnungsamt: Wollen Sie Ihre Speisen und Getränke außerhalb des Ortes, in dem Ihr Business gemeldet ist, anbieten, benötigen Sie neben einem Gewerbeschein auch eine Reisegewerbekarte. Zudem brauchen Sie die Erlaubnis zur Bewirtung im Freien, die Genehmigung im Rahmen des Imissionsgesetzes. 

  • Ordnungsamt oder Straßenbauamt: Hier erhalten Sie die Stellgenehmigung, um mit Ihrem Foodtruck an öffentlichen Plätzen stehen zu dürfen. 

  • Finanzamt: Hier erhalten Sie Ihre Steuernummer sowie eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. 

  • Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe: Die Mitgliedschaft ist Pflicht, denn die Berufsgenossenschaft ist auch Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung. 

  • Die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK): Auch diese Mitgliedschaft ist Pflicht. Die IHK meldet sich bei Ihnen, sobald Ihr Gewerbe angemeldet ist. Hier gibt es auch Kurse für den benötigten Gaststättenunterrichtungsnachweis. 

  • Gesundheitsamt: Hier erhalten Sie ein Gesundheitszeugnis sowie die Hygienebelehrung, die Lebensmittelhygieneschulung und Schulung nach §43 Infektionsschutzgesetz (IfSG)

  • Einwohnermeldeamt oder Bundesamt für Justiz: Hier beantragen Sie ein polizeiliches Führungszeugnis.

8. Kilometer: Design und Marketing 

Machen Sie Ihren Foodtruck sichtbar und einzigartig: Geben Sie ihm ein unverwechselbares Design, das zu Ihrem Angebot passt. Dafür können Sie auch mit einer Designagentur oder freien kreativen Dienstleistern zusammenarbeiten. 

 Die Gestaltung Ihres Trucks, die Speisen und die Menschen hinterm Tresen verschaffen Ihren Gästen bestenfalls ein unvergessliches Erlebnis. Bleiben Sie über Fans auf Facebook, Instagram & Co. mit Ihren Gästen in Kontakt und machen Sie über Ihre Social-Media-Kanäle aus Kunden treue Freunde.

Unterhalten Sie Ihre Fangemeinde mit Storys rund um Zutaten und Zubereitung, posten Sie neue Angebote und nette Erlebnisse rund um Ihren Foodtruck. 

Gute Fahrt! 

Die ersten Kilometer auf Ihrem Weg, einen Foodtruck zu eröffnen, haben Sie jetzt zumindest in Gedanken erfolgreich hinter sich gebracht. Es gibt viel zu tun, aber die Mühe lohnt sich!

Foodtrucks sind nicht nur ein spannendes, abwechslungsreiches und unterhaltsames Geschäft: Mit einem Angebot, das optimal auf Standort und Zielgruppe zugeschnitten ist, einem detaillierten Businessplan und einem guten Marketingkonzept, starten Sie mit Ihrem eigenen Foodtruck erfolgreich in die Selbstständigkeit.

Liza Giraud