KMU-Report 2025: Rückblick und Zukunftsaussichten
Ganz gleich, ob ein kleiner Laden vor Ort oder ein größeres Online-Unternehmen: Man kann mit Sicherheit sagen, dass das Jahr 2025 für Unternehmen auf der ganzen Welt viele Höhen und Tiefen mit sich gebracht hat. Die Gewohnheiten der Verbraucher haben sich stark verändert, und viele Trends, die im Vorjahr noch in den Kinderschuhen steckten, haben sich in den letzten 12 Monaten wirklich durchgesetzt.
Natürlich sind solche Veränderungen in jedem Markt zu erwarten, aber bestimmte Verschiebungen und neue Technologien können sich definitiv stärker auf das Vertrauen der Unternehmen auswirken als andere und werden die Planung und Vorbereitung der Unternehmen für das kommende Jahr zweifellos beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie zuversichtlich deutsche Kleinunternehmen auf ihre zukünftige Entwicklung blicken und wie sie sich auf mögliche Herausforderungen im Jahr 2026 einstellen.
Dafür hat SumUp mehr als 500 deutsche Kleinunternehmen in verschiedenen Branchen, Regionen und mit unterschiedlicher Bestandsdauer befragt. Die Antworten geben Einblicke in zentrale Themen und zeigen, wie es Deutschlands KMU in der aktuellen Wirtschaftslage geht.
Wie haben sich deutsche Unternehmen im letzten Jahr geschlagen?
Obwohl Unternehmen wirtschaftliche Abschwünge gewohnt sind, hat das Jahr 2025 die globale Wirtschaft spürbar unter Druck gesetzt. Das wirkt sich auch auf die Kaufgewohnheiten von Verbrauchern aus.
Trotz teils schwieriger Grundbedingungen zeigt sich ein großer Teil der deutschen Kleinunternehmen optimistisch: 34 % rechnen damit, dass ihre Umsätze im Jahr 2026 weiter wachsen werden. Ebenfalls 34 % sind zuversichtlich, dass ihr Unternehmen trotz möglicher Herausforderungen Wachstumschancen hat. Weitere 31 % gehen davon aus, dass ihr Wachstum stabil bleiben wird, ohne Rückgänge zu verzeichnen.
Gleichzeitig gelingt es vielen Unternehmen, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten sowohl Zeit als auch Budget in die Weiterentwicklung ihres Geschäfts zu investieren. Ein Viertel (26 %) arbeitete an der Optimierung interner Prozesse, um Kosten zu senken. 24 % brachten ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt, 22 % erschlossen neue Kundengruppen oder Märkte und 14 % fanden praktikable Wege, um die Kundenbindung zu verbessern.
Beim Thema Technologie zeigen sich klare Prioritäten: 35 % der Unternehmen prüfen, wie sich KI-Tools sinnvoll in bestehende Abläufe integrieren lassen. 21 % planen Investitionen in moderne Buchhaltungs- und Rechnungssoftware. Gleichzeitig geben 23 % an, kurzfristig keine digitalen Tools einführen zu wollen.
Diese positiven Entwicklungen mindern bestehende Sorgen zwar, heben sie aber nicht vollkommen auf. Wie zu erwarten, sehen die meisten Unternehmen steigende Kosten als größte Herausforderung für die kommenden Monate (38 %). Zudem betrachten 25 % die allgemeine Wirtschaftslage als potenzielles Risiko, während weitere 25 % veränderte Ausgabenentscheidungen der Kundschaft als problematisch einschätzen.
Fast jedes dritte Unternehmen beobachtet derzeit deutlich sensiblere Reaktionen ihrer Kundschaft auf Preisveränderungen (32 %). Zudem zeigt sich, dass 27 % der Kunden Kaufentscheidungen häufiger hinauszögern und rund jeder Fünfte (21 %) insgesamt weniger ausgibt. Etwas mehr als ein Viertel gab außerdem an, dass es zunehmend schwieriger wird, bestehende Kundschaft zu halten (21 %) und rund 21 % der Kundschaft ihre Kaufentscheidungen inzwischen stärker an Trends in den sozialen Medien ausrichtet.
Auch beim Thema Personalbindung gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Zwar berichten 39 % der Kleinunternehmen, dass sie ihre Anzahl an Mitarbeitenden stabil halten konnten, doch jedem Dritten (33 %) fällt es schwerer als zuvor, das Team auf dem bisherigen Niveau zu halten. Gleichzeitig zeigen sich Maßnahmen wie höhere Vergütung (34 %), flexible Arbeitsmodelle (31 %) sowie mehr Wertschätzung und Teamangebote (14 %) als wirksame Wege, um Mitarbeitende langfristig zu binden.
Trotz stabilerer Personalstrukturen bleibt die Frage, welche Rolle KI im kommenden Jahr spielen wird, für viele offen. Immerhin 31 % der befragten Unternehmen sind jedoch zuversichtlich, dass ihr Geschäftsmodell relevant bleiben wird - unabhängig davon, wie stark KI künftig an Bedeutung gewinnt.
Insgesamt zeigt sich: Die Stimmung unter deutschen Kleinunternehmen ist durchwachsen. Für viele lief das Jahr 2025 erfolgreich, während andere stark zu kämpfen hatten und davon ausgehen, dass die kommenden zwölf Monate mindestens ebenso herausfordernd werden.
Wie haben sich das Gastgewerbe und der Einzelhandel im Jahr 2025 entwickelt?
Mit einem genaueren Blick auf einzelne Branchen zeigt sich, wie sich insbesondere der Handel und das Gastgewerbe entwickelt haben. Beide Branchen sind häufig besonders stark von wirtschaftlichen Unsicherheiten und veränderten Konsumgewohnheiten betroffen.
Wie bereits in der Gesamtbetrachtung stellt auch hier der Kostenanstieg die größte Herausforderung dar: 61 % der Unternehmen im Gastgewerbe und 45 % im Handel nennen steigende Kosten als zentrales Problem. Es folgen Sorgen über die allgemeine Wirtschaftslage in der Gastronomie (24 %) sowie über veränderte Konsumgewohnheiten der Kundschaft im Einzelhandel (26 %).
Beide Branchen beobachten deutliche Veränderungen im Konsumverhalten. Eine erhöhte Preissensibilität ist für 43 % der Unternehmen das größte Thema. Zudem geben im Schnitt 42 % der Kundschaft weniger aus als zuvor – im Gastgewerbe sogar 50 %.
Auch die Personalbindung gestaltet sich schwierig. 52 % der Unternehmen im Gastgewerbe berichten, dass es deutlich herausfordernder geworden ist, Mitarbeitende zu halten, während nur 15 % dies als problemlos empfinden. Entsprechend setzen 57 % der Gastro-Betriebe auf höhere Löhne, um Personal zu binden.
Im Handel liegt der Fokus eher auf flexibleren Arbeitsmodellen (34 %), während 29 % angeben, im vergangenen Jahr keine Maßnahmen zur Verbesserung der Personalbindung umgesetzt zu haben.
Interessant ist zudem der Blick auf die Umsatzentwicklung: Obwohl das Gastgewerbe mit größeren operativen Belastungen konfrontiert ist, zeigt sich der Handel pessimistischer. Fast die Hälfte der Unternehmen (48 %) erwartet für 2026 Umsatzrückgänge. Im Gastgewerbe sind es nur 28 %. Gleichzeitig rechnen 44 % der gastgewerblichen Betriebe mit einem Umsatzwachstum, was auf eine weiterhin fortschreitende Erholung seit der Pandemie schließen lässt.
Sind Online-Unternehmen erfolgreicher als traditionelle Ladengeschäfte?
Auch wenn viele Unternehmen sowohl online als auch im Laden tätig sind, sind manche aufgrund ihres Geschäftsmodells auf das eine oder das andere beschränkt. Das wirkt sich deutlich auf das Vertrauen in das eigene Unternehmen aus, je nachdem, welcher Faktor betrachtet wird.
Wie zu erwarten, sorgen sich stationäre Geschäfte deutlich stärker über steigende Kosten (44 % gegenüber 29 %), während Online-Unternehmen eher die aktuelle wirtschaftliche Lage im Blick haben (31 % zu 26 %). Interessanterweise zeigen sich stationäre Geschäfte weniger besorgt über sinkende Gewinnspannen (19 % zu 24 %), was möglicherweise auf Erfahrung im Umgang mit wirtschaftlichen Schwankungen hindeutet.
Gleichzeitig beobachten stationäre Geschäfte die Sensibilität der Verbraucher gegenüber Preisen stärker als Online-Unternehmen (36 % zu 28 %), während Online-Unternehmen insgesamt eher zögerliche Kaufentscheidungen ihrer Kunden feststellen (34 % zu 26 %).
Natürlich spiegeln diese Unterschiede teilweise das unterschiedliche Einkaufsverhalten in den jeweiligen Bereichen wider. Fakt ist jedoch, dass beide Unternehmensarten beobachten, dass Kunden insgesamt weniger ausgeben – ein Trend, den 20 % der stationären Geschäfte und 21 % der Online-Unternehmen festgestellt haben.
Unterscheidet sich das Vertrauen der Unternehmen je nach Region?
Abschließend werfen wir einen kurzen Blick darauf, wie Unternehmen regional aufgestellt sind und ob bestimmte Regionen stärker von Herausforderungen betroffen zu sein scheinen als andere.
Bei den Herausforderungen stehen steigende Kosten in Berlin, Bayern und Sachsen an erster Stelle (32 %, 39 % bzw. 50 %), während ein Rückgang der Kundenausgaben besonders in Sachsen befürchtet wird – über die Hälfte der befragten Unternehmen (55 %) gab dies an. Im Gegensatz dazu sorgen sich nur 15 % der Unternehmen in Bayern über diese Veränderung.
Rheinland-Pfalz zeigt sich am wenigsten besorgt über die allgemeine wirtschaftliche Lage (18 %), während dies für Unternehmen in Baden-Württemberg mit 32 % ein relevanter Punkt ist.
Was das Kaufverhalten der Kunden betrifft, konzentrieren sich Unternehmen in Baden-Württemberg am stärksten auf die gestiegene Preissensibilität (43 %), während Unternehmen in Nordrhein-Westfalen dies mit 23 % weniger extrem sehen. Verzögerte Kaufentscheidungen sind dagegen ein größeres Thema in Sachsen (41 %) im Vergleich zu Niedersachsen, wo nur 19 % der Befragten dies angaben.
Schließlich zeigt sich beim Thema Mitarbeiterbindung, dass Unternehmen aller Branchen in Baden-Württemberg (45 %) und Berlin (41 %) vor allem auf höhere Gehälter setzen, um Personal zu halten, während 31 % der Unternehmen in Bayern flexible Arbeitsmodelle als Lösungsansatz gewählt haben, um diese Herausforderungen anzugehen.
Was können deutsche Kleinunternehmen tun, um ihr Vertrauen in ihre Unternehmensleistung zu stärken?
Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass das Vertrauen von Unternehmen mit Blick auf 2026 ein zentrales Thema ist. Viele sind zuversichtlich, dass sie ihr Geschäft in den nächsten 12 Monaten ausbauen können, gleichzeitig zeigen jedoch genauso viele echte Sorgen darüber, was die Zukunft bringen könnte.
Was können Sie tun, wenn Sie gerade ein Unternehmen gegründet oder noch keine klare Strategie für unvorhergesehene Schwankungen haben, um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen diese Phasen unbeschadet übersteht?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihr Unternehmen künftig gegen wirtschaftliche Risiken abzusichern, darunter:
Kurzfristige Pläne erstellen – Egal, welches Unternehmen Sie führen, es schadet nie, einen Backup-Plan zu entwickeln. Klare Maßnahmen sind notwendig, um das Unternehmen vor einem starken, unerwarteten Abschwung zu schützen.
Kosten prüfen und senken – Ob durch einen Wechsel des Energieversorgers oder Rahmenvereinbarungen mit Lieferanten: Es lohnt sich, die Betriebsausgaben regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, um Geld zu sparen, ohne Personal abbauen zu müssen.
Portfolio diversifizieren – Sich nur auf ein Produkt oder eine Dienstleistung zu konzentrieren, kann Sie zwar als Experten positionieren, aber die Erweiterung auf verwandte Märkte kann helfen, Umsatzrückgänge in schwierigen Phasen abzufedern.
Online präsent sein – Ein modernes Unternehmen braucht heute eine Online-Präsenz, auch wenn die angebotene Leistung keinen digitalen Anteil hat. Die meiste Kundschaft sucht zunächst online nach Produkten und Dienstleistungen, daher zahlt sich die Präsenz im Netz langfristig aus.
Rabatte und Angebote nutzen – Auch wenn dies kurzfristig die Profitabilität mindert, können Rabatte und finanzielle Anreize für neue und bestehende Kundschaft die Kundenbindung erhöhen und langfristig den Umsatz steigern.
Und wenn Sie die Transaktionen für Ihre Kunden so einfach wie möglich gestalten möchten, ist unsere Empfehlung die Investition in ein modernes POS-System und Kartenterminal. Unsere POS-Systeme sind schnell und bequem zu bedienen und ermöglichen es Ihren Kunden, per Karte, Apple Pay und mehr zu bezahlen!
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Methodik
Die Umfrage wurde im Oktober 2025 in Zusammenarbeit mit OnePoll durchgeführt und von 500 deutschen Kleinunternehmern und Entscheidungsträgern in Kleinunternehmen ausgefüllt. Die Unternehmen sind sowohl online als auch über stationäre Geschäfte oder über beide Kanäle tätig sind.
