SumUp Händlerumfrage: Tourismus in Deutschland starker Wirtschaftsfaktor, aber mit Herausforderungen

  • Kleinunternehmen profitieren von Tourismus, Übertourismus noch kein Thema Klimarisiken beeinflussen Geschäfte

Berlin, 1. September 2025. Der Tourismus in Deutschland bleibt für viele kleine Händler ein bedeutender Wirtschaftsfaktor – mit Chancen, aber auch neuen Risiken. Die aktuelle Händlerbefragung* des globalen Finanztechnologie-Anbieters SumUp (www.sumup.de) zeigt: Während mehr als ein Drittel der Händler ganzjährig von Touristen profitiert, bereiten klimabedingte Veränderungen Sorgen – im Gegensatz zu einem möglichen Übertourismus hierzulande.

Ganzjahrestourismus als Umsatztreiber

Mehr als ein Drittel (37,4 Prozent) der befragten Händler befindet sich in Regionen mit ganzjährigem Tourismusaufkommen, ein weiteres Viertel (24,5 Prozent) in saisonal touristischen Gebieten. Doch auch in bislang wenig touristischen Regionen zeichnet sich ein Wandel ab: 12,1 Prozent haben ihr Geschäft in Gebieten, in denen es eigentlich keinen Tourismus gibt, sie registrieren jedoch einen Anstieg an Besuchern.

Der Einfluss des Tourismus auf den Geschäftserfolg ist deutlich:

  • 53,7 Prozent der Befragten vermerken einen höheren Umsatz; in Regionen mit saisonalem oder ganzjährigem Touristenaufkommen sind es sogar 70,6 Prozent,

  • 44,2 Prozent verzeichnen mehr Kundschaft; in touristisch geprägten Regionen steigt dieser Anteil auf 57 Prozent,

  • 34,1 Prozent geben an, von erhöhter Sichtbarkeit und positiver Mundpropaganda zu profitieren; in Regionen mit touristischem Aufkommen sind es ganze 43 Prozent.

Fast ein Drittel ohne gezielte Maßnahmen für Kundenansprache

Trotz allem agieren kleine Händler eher gemischt, wenn es darum geht, Touristen explizit anzusprechen: 31,7 Prozent haben bislang gar keine gezielten Maßnahmen ergriffen. Andere setzen auf Kooperationen – etwa mit Tourismusverbänden (30,2 Prozent) oder lokalen Unternehmen (27,4 Prozent) – sowie auf Social Media (26,2 Prozent) und mehrsprachige Services (24,3 Prozent).

Welche Touristen zählen wirklich?

Wer denkt, im Tourismus gehe es nur um volle Hotelbetten, liegt falsch. Ein genauer Blick auf die Relevanz verschiedener Besuchertypen zeigt ein differenziertes Bild – mit einigen Überraschungen. An der Spitze stehen inländische Gäste aus anderen Regionen Deutschlands: Mit 22,5 Prozent bringen sie Zeit, Kaufkraft und Interesse an Kultur mit – ein verlässlicher Motor für die lokale Wirtschaft. Knapp dahinter folgen Social Media Influencer (19,9 Prozent). Sie reisen seltener, doch ihre Reichweite ist enorm. Ein Foto, ein Video – und schon rückt ein Ort ins globale Rampenlicht. Übernachtungsgäste (19,8 Prozent) wirken durch längere Aufenthalte direkt auf Hotellerie, Gastronomie und Freizeitangebote.

Auch lokale Besucher (18,3 Prozent) sind nicht zu unterschätzen: Sie sorgen für konstante Nachfrage – unabhängig von Saison oder Wetter. Und selbst Tagestouristen (16,3 Prozent) tragen mit spontanen Besuchen zum touristischen Erfolg bei.

Klimawandel wird zum Unsicherheitsfaktor

Während der Tourismus vielen Händlern neue Chancen eröffnet, nehmen die Sorgen rund um extreme Wetterereignisse zu. Auch wenn fast die Hälfte der Befragten (44,2 Prozent) in nicht-betroffenen Gebieten ihr Geschäft betreiben, sind die anderen mit Herausforderungen bei der Führung eines Unternehmens in Zeiten zunehmender Naturkatastrophen konfrontiert.

  • 35,1 Prozent berichten von Sachschäden oder Risiken für die Infrastruktur,

  • 28,2 Prozent mussten bereits Betriebsunterbrechungen hinnehmen,

  • 19,8 Prozent verzeichnen Rückgänge bei Touristenzahlen aufgrund von Risikowahrnehmungen.

Trotzdem zeigt sich eine gewisse Zurückhaltung bei der Vorbereitung auf mögliche eintretende Wetterereignisse: Fast die Hälfte der Händler (49,4 Prozent) hat bislang keine Maßnahmen gegen klimabedingte Risiken ergriffen. Andere setzen auf saisonale Betriebspausen (23 Prozent), Versicherungsanpassungen (20,4 Prozent) oder Infrastrukturmaßnahmen wie Hochwasserschutz (14,5 Prozent).

Übertourismus (noch) kein Massenproblem wie in anderen Ländern

Die Gefahr des Übertourismus bleibt derzeit für die meisten eine Randerscheinung: Mit 56,7 Prozent sieht mehr als die Hälfte der Händler diesbezüglich kein Problem, ein Viertel (25,8 Prozent) verzeichnet sogar positive Effekte durch wachsende Touristenzahlen. Nur 6,3 Prozent spüren eine Überlastung – meist während der Hochsaison. Schwierigkeiten sind für Kleinunternehmer bei Übertourismus eine Infrastrukturbelastung (14,2 Prozent) oder ein wachsender Wettbewerb bzw. Preisdruck (9,4 Prozent). Für 70,2 Prozent sind bis jetzt keine größeren Probleme aufgetreten.

*Methodik Händlerumfrage: Die SumUp-Händlerumfrage findet einmal im Quartal zu verschiedenen aktuellen Themen statt. An der aktuellen Umfrage, die vom 4.8.25 bis 11.8.25 lief, nahmen insgesamt 1.431 SumUp-Händler und Händlerinnen in Deutschland, Großbritannien, Italien, Irland und Frankreich teil. Thematisch ging es um Tourismus, dessen Einfluss auf das Geschäft der Händler sowie das Handeln aufgrund klimabedingter Ereignisse.