Der SWIFT-Code: Bedeutung, Einsatz und Unterschiede zur BIC
Warum der SWIFT-Code für Unternehmen unverzichtbar ist.
Von Yasmin Maddi
Veröffentlicht • 09.04.2025 | Aktualisiert • 09.04.2025
Der SWIFT-Code, auch als BIC (Bank Identifier Code) bekannt, ist ein zentrales Element im internationalen Zahlungsverkehr. Er ermöglicht es, Banken und Finanzinstitute weltweit eindeutig zu identifizieren und somit grenzüberschreitende Transaktionen sicher und effizient abzuwickeln. In diesem Artikel erfahren Sie, was ein SWIFT-Code ist, wie er aufgebaut ist, wie Sie ihn verwenden und finden können, welche Bedeutung er hat, welchen Hintergrund seine Einführung hat und wie er sich von der BIC unterscheidet. Zudem beantworten wir häufig gestellte Fragen rund um den SWIFT-Code.
Was ist die SWIFT?
Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, kurz SWIFT, ist ein globales Netzwerk, das weltweit den sicheren Austausch von Finanzdaten – beispielsweise im Rahmen von Überweisungen – zwischen Banken und Finanzinstituten auf der ganzen Welt ermöglicht. Damit stellt sie den Geldtransfer über Landesgrenzen hinweg sicher, was maßgeblich dazu beiträgt, die Weltwirtschaft am Laufen zu halten. Gegründet im Jahr 1973 mit Hauptsitz in La Hulpe, Belgien, dient SWIFT als zentrale Plattform für die Kommunikation im internationalen Zahlungsverkehr, führt jedoch selbst keine Transaktionen durch und verwaltet keine Konten.
SWIFT verbindet mehr als 11.000 Finanzinstitute in über 200 Ländern und gewährleistet durch seine hohen Sicherheits- und Verschlüsselungsstandards eine schnelle und zuverlässige Übermittlung von Nachrichten wie Zahlungsanweisungen, Handelsabwicklungen und Wertpapiertransaktionen. Jedes teilnehmende Finanzinstitut besitzt einen einzigartigen SWIFT-Code (auch als BIC – Bank Identifier Code bekannt), der eine eindeutige Identifikation ermöglicht.
Als genossenschaftlich organisierter, neutraler Dienstleister befindet sich SWIFT im Besitz seiner Mitglieder und unterliegt der Aufsicht der Belgischen Zentralbank sowie der G-10-Zentralbanken, darunter die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank. Dennoch hat das System eine geopolitische Bedeutung, da es als Druckmittel eingesetzt werden kann. Beispielsweise wurde der Zugang für den Iran im Jahr 2012 und für Russland 2022 eingeschränkt, was erhebliche wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Länder hatte.
Um Abhängigkeiten von SWIFT einzuschränken, haben einige Länder alternative Zahlungssysteme entwickelt:
SEPA (EU): für Euro-Transaktionen innerhalb Europas
SPFS (Russland): System for Transfer of Financial Messages
CIPS (China): Cross-Border Interbank Payment System
Trotz dieser Alternativen bleibt SWIFT weiterhin das weltweit führende Netzwerk für internationale Finanzkommunikation.
Was ist ein SWIFT-Code?
Um Banken und Finanzinstitute bei internationalen finanziellen Transaktionen eindeutig zu identifizieren und sicherzustellen, dass Zahlungen weltweit korrekt und effizient abgewickelt werden, vergibt die SWIFT den sogenannten SWIFT-Code. Dabei handelt es sich um eine international standardisierte Kennung für Banken und Finanzinstitute, die sicherstellen soll, dass eine Zahlung auch an die richtige Bank geht. Darüber hinaus nutzen Banken den Code, um untereinander Informationen über Finanztransaktionen auszutauschen.
Bedeutung und Hintergrund der Einführung des SWIFT-Codes
Vor der Einführung des SWIFT-Systems im Jahr 1973 war der internationale Zahlungsverkehr oft langsam, ineffizient und fehleranfällig. Es gab kein einheitliches System zur Identifizierung von Banken, was zu Missverständnissen und Verzögerungen führte. Die Gründung der SWIFT ermöglichte die Standardisierung des Nachrichtenverkehrs zwischen Banken und führte zur Einführung des SWIFT-Codes. Dies revolutionierte den internationalen Zahlungsverkehr, indem es die Prozesse beschleunigte, die Sicherheit erhöhte und Fehler reduzierte.
Aufbau eines SWIFT-Codes
Ein SWIFT-Code besteht aus 8 oder 11 Zeichen. Sein Aufbau folgt dabei einer festgelegten Struktur:
AAAA | 4 | Die ersten vier Buchstaben sind in der Regel eine Abkürzung des Banknamens, die eine eindeutige Kennung der Bank darstellt. Der Bankcode besteht ausschließlich aus Buchstaben, z. B. „DEUT“ für Deutsche Bank. |
BB | 2 | Diese zwei Buchstaben geben das Land an, in dem sich die Bank befindet. Der Ländercode basiert auf dem ISO-3166-1-Standard. „DE“ steht für Deutschland, „US“ für die USA. |
CC | 2 | Der Ortscode identifiziert die Stadt oder Region der Bank (z. B. „FF“ für Frankfurt am Main). Dieser Code kann aus Buchstaben und Zahlen bestehen. |
DDD | 3 | Der Filialcode ist optional und gibt eine bestimmte Filiale an (z. B. „100“ für eine bestimmte Niederlassung). Fehlt dieses Feld, bezieht sich der SWIFT-Code auf die Hauptfiliale der Bank. |
Beispiel
Der SWIFT-Code der Hauptfiliale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main lautet DEUTDEFFXXX. Hierbei steht DEUT für Deutsche Bank, DE für Deutschland, FF für Frankfurt am Main. Der Filialcode XXX steht für die Hauptfiliale. Falls eine spezifische Filiale – beispielsweise die Filiale in Berlin „Unter den Linden“ – gemeint ist, lautet der Code DEUTDEBB101.
Liste der zehn größten Banken in Deutschland und ihren SWIFT-Codes
Alle Banken, auch Geschäfts- und Onlinebanken, haben ihren eigenen SWIFT-Code. Hier eine Liste der zehn größten Banken in Deutschland und ihrer BICs. Bei der Auflistung handelt es sich um die SWIFT-Codes der Hauptfilialen. Bevor Sie ihn verwenden, überprüfen Sie den spezifischen Code der jeweiligen Filiale.
· Deutsche Bank AG: DEUTDEFFXXX · Commerzbank AG: COBADEFFXXX · KfW Bankengruppe: KFWIDEFFXXX · DZ Bank AG: GENODEFFXXX · UniCredit Bank AG (HypoVereinsbank): HYVEDEMMXXX · Landesbank Baden-Württemberg (LBBW): SOLADESTXXX · Bayerische Landesbank: BYLADEMMXXX · ING-DiBa AG: INGDDEFFXXX · Deutsche Postbank AG: PBNKDEFFXXX · TARGOBANK AG: CMCIDEDDXXX
Was ist der Unterschied zwischen SWIFT-Code und BIC?
Die Begriffe SWIFT-Code und BIC (Bank Identifier Code) werden oft synonym verwendet, da sie beide die gleiche Aufgabe erfüllen: Sie dienen der eindeutigen Identifizierung von Banken und Finanzinstituten im internationalen Zahlungsverkehr. Der BIC ist der offizielle Begriff gemäß dem ISO-9362-Standard, während der Begriff SWIFT-Code aus der Organisation SWIFT stammt, die diese Codes verwaltet. In der Praxis gibt es keinen Unterschied zwischen beiden; sie dienen demselben Zweck und haben das gleiche Format.
SWIFT-Nummer finden: Wo finden Sie den Code Ihrer Bank?
Ihre Bank ist nicht dabei oder Sie suchen den SWIFT-Code einer bestimmten Filiale, können Sie diesen auf verschiedene Weise herausfinden:
Auf Ihrem Kontoauszug: Der SWIFT/BIC-Code wird dort zusammen mit Ihrer IBAN angegeben.
Im Onlinebanking: Viele Banken zeigen den SWIFT-Code in den Kontodetails oder im Bereich für internationale Überweisungen an.
Auf der Website der Bank: Banken veröffentlichen ihre SWIFT-Codes oft auf ihrer Website, meist im Bereich „Kontakt“, im Impressum oder unter den FAQs (Häufig gestellte Fragen).
Direkt bei der Bank nachfragen: Falls Sie den Code nicht finden, können Sie ihn auch bei Ihrer Bank telefonisch oder per E-Mail erfragen.
SWIFT-Code-Suchmaschinen: Es gibt Online-Datenbanken wie swiftref.com oder andere Finanzportale, wo Sie den SWIFT-Code anhand des Banknamens und Standorts suchen können.
Wie wird der SWIFT-Code verwendet?
Sie benötigen den SWIFT-Code hauptsächlich für internationale Überweisungen. Bei einer SWIFT-Überweisung müssen Sie neben dem Namen des Empfängers und seiner IBAN auch den SWIFT-Code der Empfängerbank angeben, um sicherzustellen, dass die Zahlung an die richtige Bank geleitet wird. Ohne korrekten SWIFT-Code kann es zu Verzögerungen oder Fehlleitungen der Zahlung kommen.
Sollten Sie innerhalb der Europäischen Union eine Überweisung tätigen, muss der SWIFT-Code nicht angegeben werden. Das Zahlungsinstitut, das Ihre Überweisung empfangen soll, erhält bereits alle wichtigen Informationen in der IBAN.
IBAN vs. SWIFT
Sowohl der SWIFT-Code oder BIC als auch die IBAN sind wichtige Kennungen für den internationalen Zahlungsverkehr, die sich jedoch in ihrer Funktion voneinander unterscheiden. Während der SWIFT-Code eine Bank weltweit eindeutig identifiziert, dient die IBAN, die International Bank Account Number, dazu, ein spezifisches Konto innerhalb dieser Bank zu bestimmen. Bei der IBAN handelt es sich um eine individuelle Kontonummer, die vergleichbar mit dem SWIFT-Code aus mehreren Bestandteilen besteht: der Länderkennung, einer Prüfziffer, der Bankleitzahl und der eigentlichen Kontonummer. Je nach Land kann die IBAN unterschiedlich lang sein. In Deutschland besteht sie aus dem Länderkürzel DE sowie 20 Ziffern (DEXX XXXX XXXX XXXX XXXX XX).
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Wie lange dauert eine SWIFT-Überweisung?
In der Regel dauert eine internationale Überweisung über das SWIFT-Netzwerk zwischen 1 und 5 Werktage. Die tatsächliche Dauer einer SWIFT-Überweisung hängt dabei von mehreren Faktoren ab.
Welche Faktoren beeinflussen die Dauer einer SWIFT-Überweisung?
· Bankbearbeitungszeit: Jede Bank hat eigene Prozesse und Zeiten für die Bearbeitung von Überweisungen.
· Zwischenbanken: Falls es keine direkte Verbindung zwischen Sender- und Empfängerbank gibt, sind Korrespondenzbanken beteiligt, was die Überweisung verzögern kann.
· Zeitzonen und Wochenenden: Banken verarbeiten Überweisungen oft nur an Werktagen (Mo – Fr). Unterschiede in den Zeitzonen können ebenfalls die Bearbeitungszeit verlängern.
· Währungskonvertierung: Wenn die Überweisung eine Währungsumrechnung erfordert, kann dies zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen.
· Regulatorische Prüfungen: Je nach Betrag und Zielland können Sicherheits- oder Geldwäscheprüfungen durchgeführt werden, was eventuell ebenfalls Verzögerungen verursacht.
Schnellere Alternativen Einige Banken bieten Eilüberweisungen (Sofort- und Echtzeitüberweisungen) an, die innerhalb von 24 Stunden ausgeführt werden können – allerdings meist gegen eine zusätzliche Gebühr. Alternativ können Sie für Zahlungen innerhalb der Euro-Zone SEPA-Überweisungen nutzen, die oft innerhalb eines Werktags abgeschlossen sind. Außerdem können moderne Fintech-Dienste wie Wise oder Revolut SWIFT-Überweisungen beschleunigen.
Was kosten SWIFT-Überweisungen?
In den meisten Fällen fallen Gebühren in Höhe von fünf bis zehn Prozent des Überweisungsbetrags an. Die Gebühren für SWIFT-Überweisungen können aber je nach Bank, Betrag, Währung, den beteiligten Instituten und dem Gebührenmodell variieren. Jede Bank hat ihre eigenen Gebühren. Gibt es keine direkte Verbindung zwischen Sender- und Empfängerbank, kommen Gebühren für eine Zwischenbank hinzu. Je nachdem, ob Sie eine Standard- oder Express-Überweisung tätigen, kann es ebenfalls teurer werden: Schnellere Überweisungsarten kosten in der Regel mehr. Zudem können je nach Zielland und Währung weitere Kosten entstehen. Je exotischer das Land oder je seltener die Währung, desto höher die Gebühren.
Hinzu kommen verschiedene Gebührenmodelle bei SWIFT-Überweisungen. Der Absender legt fest, wer die anfallenden Gebühren bezahlt und hat die Wahl zwischen drei Optionen:
OUR (Sender zahlt alle Gebühren): Der Absender übernimmt sämtliche Kosten, einschließlich der Gebühren der eigenen Bank, der Zwischenbanken und der Empfängerbank. Diese Option wird oft genutzt, wenn der volle Betrag beim Empfänger ankommen muss, z. B. bei Geschäftsüberweisungen, Gehaltszahlungen, Rechnungszahlungen oder größeren Geldtransfers.
SHA (Shared, Gebühren werden geteilt): Der Absender zahlt nur die Gebühren seiner eigenen Bank, während der Empfänger die restlichen Kosten (z. B. von Zwischen- und Empfängerbanken) trägt. Dies ist die häufigste Methode für Alltagsüberweisungen oder Überweisungen zwischen Privatpersonen wie Freunden oder Familie.
BEN (Beneficiary, Empfänger zahlt alles): Der Empfänger übernimmt sämtliche Gebühren, sodass die Überweisungskosten vom überwiesenen Betrag abgezogen werden. Dieses Modell wird in der Regel für Spenden oder Hilfszahlungen genutzt. Sie ist ebenfalls üblich bei Krediten und Investitionen, bei denen Banken oder Investoren keine zusätzlichen Gebühren zahlen wollen.
Tipp
Wenn Sie eine SWIFT-Überweisung tätigen möchten, erfragen Sie zuvor die genauen Kosten bei Ihrer Bank und klären Sie mit der empfangenden Person oder Firma das bevorzugte Gebührenmodell. Falls Sie häufig internationale Überweisungen tätigen, können Alternativen wie Wise, Revolut oder PayPal oft günstiger sein als klassische SWIFT-Überweisungen.
Fazit: Warum der SWIFT-Code für Unternehmen unverzichtbar ist
Der SWIFT-Code spielt eine entscheidende Rolle im internationalen Zahlungsverkehr. Er sorgt für schnelle, sichere und eindeutige Transaktionen zwischen Banken weltweit. Für Unternehmen, die international tätig sind, ist es essenziell, den richtigen SWIFT-Code für ihre Zahlungen zu verwenden. Die Kenntnis der Unterschiede zwischen SWIFT und IBAN sowie die korrekte Nutzung des Codes können dazu beitragen, finanzielle Transaktionen effizienter zu gestalten und Verzögerungen zu vermeiden.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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