Top-Standorte für Unternehmer in Deutschland: Wo Sie Ihr Unternehmen kosteneffizient führen können

Im Jahr 2024 gab es in Deutschland einen deutlichen Anstieg bei Unternehmensanmeldungen, wobei die meisten in Nordrhein-Westfalen (NRW), Berlin und Bayern angesiedelt sind. 

Von gemütlichen Cafés über unabhängige Einzelhändler, bis hin zu kreativen Restaurants – lokale Geschäfte sind das Herzstück der lebendigen Stadtkultur in Deutschland. Der Tourismus kann dabei eine wichtige Rolle spielen, denn er bringt zusätzliche Kundschaft in die Innenstädte und stärkt so die lokalen Betriebe.

Da die Lebenshaltungskosten für aufstrebende Unternehmer jedoch weiterhin oft  eine große Herausforderung darstellen, ist es für Händler wichtig, vor Geschäftseröffnung alle Faktoren zu berücksichtigen, die sich auf die Unternehmenshaltungskosten auswirken können. 

Um Ihnen den Start zu erleichtern, hat SumUp die günstigsten Großstädte in ganz Deutschland für eine Unternehmensführung untersucht. 

Für das Ranking wurden Einflussfaktoren wie Bevölkerungszahl, Arbeitslosenquote, durchschnittliche monatliche Einzelhandelsmiete, Versorgungskosten und Körperschaftssteuersätze analysiert, um die besten Orte für die Gründung und Führung eines Unternehmens in Deutschland zu ermitteln. Außerdem geben die Experten von SumUp  Ihnen wichtige Tipps, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg unterstützen.

Die günstigsten deutschen Städte, um ein Unternehmen zu führen

Diese fünf Großstädte sind am kostengünstigsten, um in Deutschland ein Geschäft zu führen:

  1. Dresden

  2. Leipzig

  3. Bremen

  4. Mannheim

  5. Nürnberg

Zusätzlich wurden die Schlüsselfaktoren auch auf kleinere Städte in Deutschland mit bis zu 300.000 Einwohnern angewandt. Zu den Spitzenreitern unter den kleineren Städten gehören Orte wie Halle, Chemnitz und Leverkusen.  

Das sind die Top-Städte:

1. Dresden 

Dresden, bekannt für seine spektakulären Wahrzeichen und seine barocke Architektur, ist die drittgrößte Stadt in Ostdeutschland und die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen. Mit einer Gesamtbewertung von 76,61 von 100 Punkten ist Dresden die günstigste Großstadt in Deutschland, um ein Unternehmen zu führen. 

Dresden, das aufgrund seines reichen kulturellen Erbes, seines musikalischen Rufs und seiner faszinierenden Geschichte auch liebevoll „Schmuckkästchen“ genannt wird, bietet vielversprechende Bedingungen für Geschäftstreibende, die ein lokales Unternehmen gründen möchten. 

Obwohl die Einwohnerzahl bei 473.300 liegt, hat Dresden mit 6,1 % eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten aller fünf unserer Top-Standorte. Auch die durchschnittlichen monatlichen Mietkosten für Einzelhandelsimmobilien sind einladend: Mit 95 Euro pro Quadratmeter sind sie am niedrigsten. 

Während die durchschnittlichen Nebenkosten bei 288 € pro Monat liegen, sind die effektiven Unternehmenssteuersätze in Dresden mit 31,57 % wettbewerbsfähig.

2. Leipzig 

Als ehemalige Heimat weltberühmter Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn und Richard Wagner, strotzt Leipzig nur so vor Kultur und bietet hervorragende Bedingungen für angehende Kaufleute und Unternehmer.  

Obwohl Leipzig mit 486.100 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sachsens ist, bietet sie die wettbewerbsfähigsten Monatslöhne für Geschäftstreibende, die ein Unternehmen gründen wollen. Die durchschnittlichen monatlichen Nebenkosten liegen bei etwa 277 € pro Monat, was Leipzig eine Gesamtbewertung von 75,54 einbringt.

Der durchschnittliche effektive Körperschaftssteuersatz ist mit 31,92 % ähnlich hoch wie an anderen Standorten, während die Arbeitslosenquote bei angemessenen 7,1 % liegt. Händler können mit einer monatlichen Einzelhandelsmiete von rund 115 € pro qm rechnen, was einer der niedrigsten Werte auf der Liste ist.

3. Bremen 

Bremen verspricht ein ideales Umfeld für die Ansiedlung neuer Unternehmen und ist mit einer Gesamtbewertung von 70,77 Punkten der drittbeste Standort für erschwingliche Unternehmensbedingungen. 

Als das pulsierende Herz des gleichzeitig kleinsten Bundeslandes ist die Stadt Bremen ein zertifiziertes kulturelles Zentrum und wirtschaftliches Kernzentrum. Die Stadt ist bekannt für ihre spannende Mischung aus historischen Galerien, UNESCO-Welterbestätten, köstlicher lokaler Küche und einer blühenden Musikszene. 

Während die örtlichen Geschäftstreibenden mit einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenquote von 10 % kalkulieren müssen, bietet Bremen die niedrigsten durchschnittlichen Nebenkosten aller fünf Standorte. Die durchschnittlichen Nebenkosten belaufen sich nämlich nur auf rund 257 € pro Monat. 

Diese Kosten gleichen sich jedoch mit leicht überdurchschnittlichen Mietpreisen aus, die im Durchschnitt 120 Euro pro Quadratmeter betragen. Der effektive Körperschaftssteuersatz ist mit 31,92 % vergleichbar mit Dresden und Leipzig.

Obwohl Bremen mit 527.900 Einwohnern die höchste Bevölkerungszahl in der Rangliste hat, sind die Monatslöhne mit rund 3.680 € angemessen.

4. Mannheim

Mannheim, bekannt als „Stadt der Erfinder, ist der Untersuchung nach ein weiterer attraktiver Standort für junge Unternehmen, die sich an einem günstigeren Ort niederlassen wollen. 

Nach Stuttgart ist Mannheim die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Und obwohl sie mit 306.100 Einwohnern die kleinste Stadt auf der Liste ist, hat sie die höchsten Löhne unter den fünf Top-Städten. 

Wer in Mannheim arbeitet, kann mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von rund 4.157 Euro rechnen - ideal für Arbeitnehmer, aber auch für Unternehmen eine Überlegung wert. 

Bei diesen großzügigen Löhnen ist die Arbeitslosenquote in Mannheim mit 7,2 % konkurrenzfähig zu Städten wie Leipzig. 

Einer der wichtigsten Faktoren, der Mannheim zu einem vielversprechenden Standort für neue Unternehmen macht, ist der effektive Körperschaftssteuersatz. Mit dem niedrigsten Wert auf der Liste können Kaufleute mit einem Körperschaftssteuersatz von nur 30,87 % rechnen. 

Allerdings müssen sie auch mit höheren Mietkosten als an anderen Standorten rechnen: Die durchschnittlichen monatlichen Kosten liegen bei 122,50 Euro/qm, die durchschnittlichen monatlichen Nebenkosten bei 285 Euro. Unter Berücksichtigung aller Faktoren ergibt sich für Mannheim eine Gesamtpunktzahl von 69,23.

5. Nürnberg

Die belebten Straßen Nürnbergs bringen die bayrische Stadt auf Platz fünf. Sie könnte ein idealer Standort für angehende Unternehmen sein, die Geld sparen wollen.

Nürnbergs weltberühmte Weihnachtsmärkte, Museen und mittelalterliche Architektur ziehen viele Touristen an. Ganz gleich, ob Sie einen Marktstand, ein Geschäft in der Fußgängerzone oder ein Spezialitätengeschäft in der Altstadt betreiben, der Tourismus könnte Ihnen viele zusätzliche Kunden bescheren. 

Doch auch wenn die Lage an einem beliebten Touristenort sicherlich ihre Vorteile hat, sollten Sie die Kosten bedenken, die mit der Führung eines Geschäfts in Nürnberg verbunden sind.

Nürnberg ist nach München die zweitgrößte Stadt in Bayern. Doch trotz der hohen Einwohnerzahl von 486 700 liegt die Arbeitslosenquote bei niedrigen 5,9 % - die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote unter den Top-Städten. 

Allerdings müssen neue Händler mit überdurchschnittlich hohen Kosten für Miete, Nebenkosten und Steuern rechnen, die über denen anderer Städte liegen. Der Durchschnittspreis für die Miete von Einzelhandelsimmobilien liegt bei einem Quadratmeterpreis von 132,50 € pro Monat, und die Nebenkosten können bis zu 302 € pro Monat betragen. In der Zwischenzeit können Sie mit einem Körperschaftssteuersatz von 32,17 % rechnen - was Nürnberg eine Gesamtbewertung von 66,08 von 100 Punkten einbringt. 

Wichtige Trends: Top-Bundesländer für Existenzgründer

Jetzt kennen Sie die fünf günstigsten Städte. Die SumUp Daten deuten darauf hin, dass die Gründung eines Unternehmens an einem dieser Standorte eine gute Grundlage für den Erfolg Ihres Unternehmens sein könnte. Doch welche weiteren Trends konnten wir identifizieren? 

Sieht man sich einige der günstigsten Unternehmensstandorte an, bieten Städte in Sachsen beste Bedingungen, selbst kleinere Städte wie Chemnitz. 

Aber auch Nordrhein-Westfalen (NRW) ist unter denTop-20-Standorten stark vertreten. Die Städte in NRW machen mit 45% fast die Hälfte des Rankings aus. Diese Feststellung ist nicht sehr überraschend, denn fast  20 % aller deutschen Unternehmen sind in  NRW registriert.

Nordrhein-Westfalen ist das am dichtesten besiedelte Bundesland in Deutschland. Die Größe des Marktes ist einer der Hauptgründe, warum es so viele Unternehmen in die Region zieht, und macht NRW zu einer vielversprechenden Wirtschaftshochburg für Existenzgründer. 

Spartipps für neue Unternehmen

Die Entscheidung, wo Sie Ihr Unternehmen gründen wollen, ist natürlich nur ein Schritt in diesem Prozess. Bevor Sie Ihr neues Unternehmen gründen, sollten Sie unsere wichtigsten Tipps beachten, um die Kosten niedrig zu halten. 

  1. Setzen Sie ein realistisches Budget – Einer der ersten und wichtigsten Schritte ist die Festlegung eines angemessenen Budgets, einschließlich realistischer Schätzungen für Material, Arbeitskosten und unerwartete Ausgaben. Es wird oft empfohlen, einen Puffer von 10 bis 15 %  einzuplanen, um auf Überraschungen vorbereitet zu sein.  

  2. Erkundigen Sie sich nach Finanzierungsmöglichkeiten – Suchen Sie nach Finanzierungsmöglichkeiten und Gründungszuschüssen in Ihrer Region, um mit einer Starthilfe zu beginnen. 

  3. Investieren Sie in ein intuitives Point-of-Sale-System – Vereinfachen Sie Ihre Zahlungen auf einem Dashboard, um den Überblick über Ihre Einnahmen zu behalten, damit Sie mehr Zeit für kreative Aufgaben haben. Mit Sum Up POS können Sie Ihre Finanzen ganz einfach und ohne monatliche Kosten analysieren.

  4. Recherchieren Sie verfügbare Steuervorteile – Wenn Sie zum Beispiel ein kleines Unternehmen mit einem geringen Umsatzvolumen sind, können Sie in Deutschland von der Zahlung der Mehrwertsteuer befreit werden. Um diese Befreiung in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie sich als Kleinunternehmer einstufen lassen. Ihr Jahresumsatz darf dann im Vorjahr nicht mehr als 25.000 € und im laufenden Jahr nicht mehr als 100.000 € betragen.

  5. Konzentrieren Sie sich auf Energieeffizienz – Wenn Sie Ihr Geschäft in eine neue Einzelhandelsimmobilie verlegen und die Möglichkeit haben, einige Änderungen vorzunehmen, konzentrieren Sie sich auf die Senkung der Betriebskosten durch energieeffiziente Modernisierungen. Ersetzen Sie veraltete Lampen durch LED-Birnen, investieren Sie in energieeffiziente Geräte und berücksichtigen Sie die Energieverschwendung durch eine bessere Gebäudeisolierung.  

Sibylle Jost, Product Growth Lead bei SumUp kommentiert die Recherche: „Mit unserer Analyse wollen wir Unternehmern zeigen, dass es neben den bekannten deutschen Metropolen attraktive Alternativen gibt, wo es möglich ist, dank niedrigerer Fixkosten und guter wirtschaftlicher Anbindung ein erfolgreiches Geschäft zu etablieren. Wer flexibel ist bei der Standortwahl, kann hier einen echten Wettbewerbsvorteil erzielen.“

Jetzt, da Sie wissen, in welchen Städten sich die Gründung eines Unternehmens besonders lohnt, stellt sich die nächste Frage: Wie setzen Sie Ihre Idee effizient und unkompliziert in die Tat um? Ganz gleich, ob Sie in Dresden, Bremen oder Mannheim durchstarten möchten – ein flexibles, sicheres und einfaches Zahlungssystem gehört heute zur Grundausstattung eines jeden Unternehmens. Mit SumUp Tap to Pay können Sie sofort loslegen: Akzeptieren Sie Kartenzahlungen direkt mit Ihrem Smartphone, ganz ohne zusätzliches Kartenlesegerät. So sind Sie startklar, egal wo Sie Ihr Business hinführt.

Weitere hilfreiche Einblicke in die Geschäftswelt finden Sie in unseren anderen Leitfäden über die besten Städte für Kleinunternehmer mit Familie und Tipps für die Bestandsverwaltung. 

Methodik 

In diesem Datensatz wurden 71 Standorte danach eingestuft, wie teuer es ist, ein Unternehmen zu führen. Hierfür wurden 5 verschiedene Faktoren verwendet. Sobald die Daten für die Faktoren gesammelt waren, wurden die Faktoren normalisiert, um jedem Faktor eine Punktzahl zwischen 0 und 1 zu geben. Wenn keine Daten verfügbar waren, wurde eine Punktzahl von 0 vergeben. Die normalisierten Werte wurden dann addiert und multipliziert, um jedem Standort eine Gesamtpunktzahl von 100 zu geben.

Um den Einfluss der Bevölkerungszahl auf die Wirtschaft und die Geschäftsmöglichkeiten zu berücksichtigen, wurden die Standorte in drei Kategorien unterteilt: Großstädte (über 300 000 Einwohner), mittlere Städte (über 150 000 Einwohner) und kleine Städte (unter 150 000 Einwohner). Die Standorte wurden dann auf der Grundlage ihrer Gesamtpunktzahl in eine Rangfolge von oben nach unten gebracht.

Folgende Faktoren wurden verwendet:

  • Medianer Monatslohn - Der mediane Monatslohn in jeder Stadt/jedem Gebiet, Stand: Dezember 2023.

  • Arbeitslosenquote - Die Arbeitslosenquote in jeder Stadt/jedem Gebiet, Stand 2023.

  • Durchschnittliche monatliche Einzelhandelsmiete - Der durchschnittliche monatliche Preis pro Quadratfuß für Einzelhandelsobjekte zwischen 60 und 120 m2 in jeder Stadt. Berechnet als Durchschnitt aus dem Mittelwert der Mindest- und Höchstmieten, auf den nächsten Euro genau.

  • Durchschnittliche Nebenkosten - Die durchschnittlichen monatlichen Nebenkosten für eine 85 m2 große Wohnung in jeder Stadt.

  • Effektiver Körperschaftssteuersatz - Der effektive Körperschaftssteuersatz in jeder Stadt, ermittelt anhand des 'Kombinierten Unternehmenssteuersatzes' von taxfoundation.org

Die Faktoren wurden wie folgt indiziert:

Alle Faktoren - Niedriger ist besser.

Alle Daten entsprechen dem Stand vom 16.06.2025. Die angezeigten Ranglistendaten sind eine Zusammenstellung aus mehreren Datenquellen und sind möglicherweise nicht repräsentativ für die Realität. Alle Daten sind im Hinblick auf die angegebenen Quellen korrekt.

SumUp Team